Teile aus Ausstellungen von

1998 - 2008

 

Ausstellungstitel: 

"Energy"

"Lust"

"Märchen & Mythen"

"Happyness is a choice"

"Dschungelbilder"

"amor mundi"

 

 

 

Die Wirklichkeit dient nur als Stimulans

 

Meine Wirklichkeit ist vielmehr ein raffiniertes Zusammenfügen von Elementen, Farben, Motive und Formen. Der Stil ist ursprünglich und eigenständig.

Hinzu kommt Unbekümmertheit und Unbefangenheit im Formalen. 

ana büchel

 

ana büchel, 2007, Acryl auf Leinwand, 100x100cm
ana büchel, 2007, Acryl auf Leinwand, 100x100cm
ANA BÜCHEL, 2009, 2 m X 1 m, Aryl auf Leinwand
ANA BÜCHEL, 2009, 2 m X 1 m, Aryl auf Leinwand

[...]Getrieben war und ist sie bei ihren Arbeiten von der Suche nach Selbstausdruck. Das Thema der Weiblichkeit und die Hinterfragung gängiger Schönheitsklischees war und ist eines ihrer Hauptthemen.

 

Ana Büchel ist Autodidaktin, eine Frau, die sich imSelbststudium eine Bildung auf hohem Niveau aneignet hat. Wichtige MalerInnen der Moderne waren ihre Lehrmeister. Sie hat immer viel gelesen und sich aus verschiedenen Lebensbereichen Inspirationen geholt. Auch Künstlerkollegen waren für sie immer wertvolle Weggefährten, die Phasen ihrer Malerei beeinflusst haben, durch Gespräche, durch die geführten Auseinandersetzungen.

 

Sie hat sich mit stark mit Märchen und Mythen beschäftigt, mit der Symbolik von Farben und Ornamenten. In ihren Bildern spiegelt sich die Natur und der Mensch, nehmen Pflanzen eine besondere Stellung ein, stehen Bäume für Kraft und Lebensenergie.

 

Sie ist eine äußerst begabte Erfinderin symbolischer Formen und Zeichen. Ihre fantasievollen Szenarien erzählen uns Geschichten, die wir nicht voll ausdeuten können. Diese in ihren Bildern enthaltene narrative Präsenz ist viel überzeugender als eine naturalistische Darstellung des gleichen Themas. Ana Büchel schafft sich eine Reihe von Chiffren, erfindet für sich eine Bildsprache, die einer imaginären Welt entstammt. Damit knüpft sie an den Bildkosmos von Henri Rousseau an, einem Weggefährten Picassos, dessen Arbeiten von seinen ersten Ausstellungsbeteiligungen an mit erstaunlichem Respekt wahrgenommen wurden, obwohl er Autodidakt war, und einen Sonderweg ging.

 

Auch Ana Büchels Malerei steht in unserem regionalen Kunstgeschehen einmalig, ja fast isoliert dar. Die Dschungeldarstellungen erinnern an Rousseau, die weibliche Interpretation und Doppeldeutigkeit der Pflanzen in ihren Bildern an Georgia O´Keeffe. Die klaren schwarzen Konturen, die jeden Bildteil klar vom anderen abgrenzen, kennen wir aus den Comics und der Popart. Die Künstler der Popart wählten aber ganz andere Motive. Die expressiven Farben erinnern an Gauguin, an die fauvistische Phase von Vlaminck, den jungen Derain. Die aber verwendeten eine naturalistischere Perspektive in ihren Landschaftsdarstellungen, während Ana Büchel ihre Objekte in einen leeren, schwarzen Kosmos stellt oder ihre Landschaften  mit einem stechend blauen Himmel hinterlegt. Sie malt primitiver als Rousseau, im Sinne von Vereinfachung, farbiger als die Expressionisten, indem sie sich auf ein Dutzend Töne beschränkt, die sie durch Aufhellung und Abdunkelung nuanciert.  Sie wendet sich lebensfroheren Themen zu als die Popart. Sie schöpft mehr aus ihrem Inneren als viele akademisch gebildete Maler, und verwirrt bei aller Einfachheit oder gerade deswegen die Menschen in ihren Werturteilen über Kunst stärker als die meisten ihrer ZeitgenossInnen.

Ana Büchel geht ihren eigenen Weg der Malerei, der sich über die jahrzehntelange Beschäftigung mit der Materie durch immer größere Kraft und Klarheit auszeichnet.

 

Mag. Gerda Haas      2009

 

 

 

[...]ich freue mich, dass die Künstlerin ihrer Ausstellung den lateinischen Namen Amor Mundi gab. Es ist noch einmal ein Beweis dafür, dass diese anscheinend todgeweihte Sprache lebt. Erlauben Sie mir also anfangs eine philologische Bemerkung. Wörtlich heißt der Ausstellungstitel „Die Liebe der Welt“, aber das wäre eine falsche Übersetzung. Richtiger ist „Die Liebe zur Welt“, weil diese Wortgruppe ein Grammatikproblem beinhaltet, und zwar den sogenannten Genitivus obiectivus. Genauso übersetzt man zwei lateinische Worte metus mortis nicht mit „die Furcht des Todes“, weil wir spüren und wissen, dass die Furcht selber nicht dem Tod gehören kann und sie selbst ist nicht bereit, irgendwann zu sterben, sondern drückt man es mit „die Furcht vor dem Tod“ aus, denn diese Formulierung betrifft grammatikalisch und biologisch viele Menschen.

 

Ich berührte mit diesen Spracherklärungen zwei Begriffe, Liebe und Tod, also das bekannte Hauptduo èros und thànatos bei den alten Griechen, weil sich dabei auch die Gemäldethematik Anas Werke wiederspiegelt. Als erfahrene Frau und Künstlerin weiß sie genau, dass man die Liebe nicht einfach mit Grundfarben, sondern mittels verschiedensten, nicht immer fröhlichen Facetten malen kann. Das hat sie auch früher mit ihrer Bildhauerei zum Ausdruck gebracht, die ich auch vor gewisser Zeit in einer anderen Galerie präsentierte[..]

 

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[...]Aber zur Sache. Was sehen wir hier, in den Räumlichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen? Global gesagt – sehr verschlüsselte, codierte und analysenbedürftige Werke. Es hängt von jedem Einzelnen von uns ab, wie viel wir davon profitieren, wie tief wir das Werk empfinden. Die Schule des Sehens, von Oskar Kokoschka gegründet und empfohlen, lässt grüssen…

Die erste Liebe bei Ana ist ökologischer Art. Der Baum ist solide gebaut, steht auf seinem Stamm recht fest eingewurzelt. Auf Lateinisch war jeder Baum (arbor) weiblichen Geschlechts in der Grammatik, denn die Römer glaubten, dass in jedem Baum eine Göttin wohne. Nicht ein Gott! Der breite Baum, wie ein grüner Sonnenschirm, wirft einen geräumigen Schatten, was logisch ist. Oder eben nicht? Vielleicht ist der Schatten ein alter ego des Stammes? Eine doppelte Verwurzelung, die uns Menschen zeigt, dass wir ebenfalls auf sehr soliden Beinen stehen sollen? Schön wär’s. Aber der Weg zur Bodenstämmigkeit ist lang, holprig und ungewiss. Aber vergessen Sie nicht: wir Menschen gewinnen 2 : 1 mit der Anzahl der Stämme, die uns mit unserer Mutter Erde verbinden!

 

Ein anderes Gemälde zeigt eine eindeutig noch figurativ erkennbare Frau. Sie ist ein Gebäude, besser gesagt eine Burg. Trotz ihrer Nacktheit prahlt sie aber nicht mit Bestandteilen ihrer Weiblichkeit. Dieser Akt ist aus gebrannten und nicht porösen Ziegeln gebaut. Die ganze Konstruktion ist mächtig, massiv, solid. Für mich könnte sie als Galionsfigur der ganzen Feminismusbewegung, die unter anderem Gender Studies dienen, weil sie auch konzeptuelle Risse vorzeigt. Denn beunruhigend wirken lahme Arme, graue Hände, runde Knie, die in die Erde hineinwachsen, aber vor allem die Hals- und Kopfabwesenheit. Was will uns die Künstlerin übermitteln? Die Frau als ein durch Jahrhunderte nicht verstandenes Wesen? Aber diese eigentlich plumpe, regungslose, unbewegliche, statische Burg lebt. Auf den Zinnen, die sich normalerweise mit Kanonen, Gewehren, Armbrüsten und Pech verteidigen, wachsen optimistisch grüne Pflanzen, die gen wolkenlosen Himmel hinaufschauen. Und zentral, in der Mitte des Brustteils wurde ein vergittertes Fensterchen installiert, welches der Außenwelt jeglichen Zugang verbietet.   

Kurzum: die Apotheose, die Affirmation der Weiblichkeit per se, ohne große Ansprüche, dass die Männer irgendwann die Frauen zu begreifen vermögen.       Und umgekehrt…   

 

 

Wie wir sehen, erzählt uns Ana nicht immer lustige oder heitere Geschichten. „Amor“ und „Mundus“ sind eine komplizierte Materie. Mit ihren in der Branche verschiedenen Mitteln: Farbsymbolik, Komposition, figurative und abstrakte Kategorien, diverse Formate, kreative Visionen produziert sie ihre eigene Kunstsprache und dadurch dürfen wir sie als deren Betrachter auf unsere individuelle Art und Weise verstehen und analysieren. Die Künstlerin ist auf der Suche nach der Liebe in der Welt. Das tut sie mit spezifischen Werkzeugen der Kunst. Sie zeigt uns die Orte, wo die Liebe in winzigen Prisen vorhanden ist. Es sind klassische Stolpersteine: Unverständnis, Kälte, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit oder eben Mangel an positiven Gefühlen.

Dank ihren Visionen versucht sie, glaube ich, nicht nur einen sanften Zugang zu unseren Köpfen, sondern eher zu unseren Herzen finden."

 

Wieslaw Piechocki, im Januar 2009 

 

 


 

 Bilder

 

 

Selbstvergessen ... regiert

das Symbol

 

Neue Landschaften, neue Körper und eine Sprache

Eine, meine Sprache

 

Absichtliche, scheinbare Reduktion auf ein einziges Symbol

 

 Ruhe

Langsamkeit

 

 

 

 

 Paintings

 

 

... governs the symbol

 

  

New landscapes, new bodies and a

 language, my language

 

 

Intentionally, seemingly reduciton of a single symbol

 

Silent

Slowlyness

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Cuadros

 

 

Perdido ... entre billones de hojas ... libre ... regula el símbolo

  

Nuevos paisajes, nuevos cuerpos y un

lenguaje, mi lenguaje

 

 

Una deliberada y evidente reducción a un sólo símbolo

 

Silencio

Lentitud