Zerstören um zu Erschaffen
Es ist die dichte, massige Schwere, die es zu überwinden gilt. Kein anderes Material birgt vergleichbare Bearbeitungskonditionen um meine Ambitionen auszuleben.
Es bedarf kräftig und hart zuzuschlagen, weg zu lassen – sein zu lassen.
Einzig die Angst zu verletzen oder verletzt zu werden zügelt das Tun. Um dann anschließend geduldig, ausdauernd und liebevoll zu schleifen und zu polieren.
Es ist die Faszination, dem harten, kristallinen Material weiche, runde und erotische Formen abzugewinnen. Es reizt auch der Widerspruch: aus einem kalt und nüchtern wirkenden Block ein Monument der Freude, der Verspieltheit und der Wärme zu schaffen.
Es ist die Langsamkeit, die die Arbeit vertieft.
Einzig von meiner persönlichen, inneren Spannung getragen entstanden organische, konvexe und konkave Formen die sowohl in Harmonie als auch in Disharmonie eingebettet scheinen: vegetative, organische Formen und konsequent gezogene Linien – ein Wechselspiel zwischen Höhlung und Wölbung: manchmal auch das endlose Spiel der Drehung mit der Gegendrehung.
Ana Büchel