Ein Blatt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

es una hoja


 

 

 

 

 

 

 

 

 

is a leaf

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Werkreihe 2009 - 2012

 

Seit geraumer Zeit hat Ana Büchel ein schlichtes Ornament zum Grundelement ihrer formatfüllenden Malerei erklärt: Ein stilisiertes Blatt, das in seiner leicht asymmetrischen Form einer Rocaille des Spätbarock gleicht, symbolisiert das Organische und Bewegte, wie es der Natur innewohnt.

 

Während sie in einer Reihe von Bildern die Fläche in einer Art Horror vacui mit ihren kleinen Blättern  bedenkt, huldigt sie der These, dass die Natur vor leeren Räumen zurückschreckt, sie stets zu füllen sucht. In ihren neuesten Bildern brechen eben diese leeren Flächen auf, entstehen weiße oder schwarze Farbflächen, die den Werken Tiefe geben, und neue Räume schaffen.

 

Thematisch liegen den Bildern philosophische Grundfragen zu Grunde, über die Darstellbarkeit eines höheren Wesens, dessen Manifestation in den Zyklen der Natur. Fülle und Leere, Leben und Vergehen sind die zentralen Themen, die Ana Büchel im Zusammenhang mit der menschlichen Existenz zu ergründen sucht. Ihre Lebenserfahrung hat sie zu der Erkenntnis geführt, das Fallenlassen und Weggeben neues Aufstreben und Hinzugewinnen mit sich bringt. Diese allgemeine Erkenntnis setzt sie formalästhetisch um, in dem sie Bildgegenstände noch stärker auflöst, und in abstraktere Bildräume überführt.

 

Mag. Gerda Haas,                                                         Feldkirch, 6. 5. 2010